Gilde 2 Forum

Orchestrales für Spieler: So entsteht ein Soundtrack

Er ist zuständig für Atmosphäre, Spannung, die richtige Stimmung – wird aber dennoch meist nur unbewußt wahrgenommen. Die Rede ist vom Soundtrack, jener Hintergrundmusik, die Filme, TV-Sendungen, aber auch Computerspiele möglichst passend und die Dramatik unterstreichend begleiten soll. Gerade im Spielebereich hat eine kleine Revolution stattgefunden: Wo früher schnell auf einem Keyboard irgendetwas eingespielt wurde, sind mittlerweile hochkarätige Komponisten und sogar Orchester mit mitunter rund 50 professionellen Musikern am Werk: Das Studio Dynamedion in Mainz hat als einer der Ersten diesen Pfad beschritten und verleiht den besten Computerspielen der Gegenwart eine Soundkulisse, die ihresgleichen sucht. Für "Die Gilde 2", eine mittelalterliche Lebens-, Politik- und Wirtschaftssimulation, die in Hannover vom rennomierten Entwickler "4HEAD Studios" produziert und von JoWooD/Deep Silver vertrieben wird, entstand einer der aufwendigsten Soundtracks der bisherigen Spielegeschichte.

Bei „Die Gilde 2“, konnte nicht nur der bekannte Dirigent Bernd Ruf, sondern auch die Thüringer Philharmonie engagiert werden, um in Gotha während einer zweitägigen Aufnahmesession die beeindruckenden Kompositionen der Dynamedion Künstler zum akustischen Leben zu erwecken. Dabei wird der Konzertsaal, in dem sich das Orchester befindet, nicht nur durch unzählige Mikrofone mit dem Aufnahmeraum verbunden, sondern auch durch einen Lautsprecher, aus dem die Anweisungen von Aufnahmeteam und Komponisten ebenso regelmäßig wie gnadenlos ertönen. „Sehr schön, aber ein paar kleine Wünsche haben wir noch...“ war ein Satz, den Musiker und Dirigent an den beiden Tagen unzählige Male zu hören bekamen...
Für Ruf, der als Dirigent und Produzent eine beeindruckende Erfahrung (siehe www.berndruf.de) einbringt, ist es der mittlerweile vierte Spielesoundtrack: „Die Arbeit ist spannend und im Prinzip ähnlich wie bei einem Filmsoundtrack – mit einem erheblichen Unterschied: Für den Film wird auf das Bild genau produziert, bei einem Computerspiel ist man freier und versucht in erster Linie, Gefühle und Atmosphäre aufzubauen beziehungsweise zu unterstreichen.“ In „Die Gilde 2“ wird der Spieler ins Europa des frühen 15. Jahrhundert versetzt – ein Setting, das berücksichtigt werden muss: „Es geht musikalisch darum, die visuelle Zeitreise zu unterstreichen, also ein stimmiges Wirken von Sehen und Hören entstehen zu lassen, wobei der Soundtrack im Gegensatz zum Visuellen nur unbewußt wahrgenommen wird – aber dafür umso stärker wirkt.“ Von der Qualität der Komposition aus dem Hause Dynamedion zeigt sich Ruf auf jeden Fall beeindruckt: „Es ist eine ausgezeichnete Komposition, qualitativ absolut vergleichbar mit Filmen aus US – Produktion.“



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